Freie Formatwahl

Ben Schwan lässt in der taz kein gutes Haar an den digitalen Bemühungen von Bertelsmann:

Lesespaß bereitet das verfügbare Angebot nicht. Bei der Zeit für 2,49 Euro pro Stück wird das Originalformat nicht eingehalten. Stattdessen bekommt es der Leser mittels der eigentlich für elektronische Bücher gedachten EPUB-Technik mit einzelnen Artikeln zu tun, die wirken wie im Web, nur schlechter layoutet. Bilder und Grafiken fehlten in der getesteten Ausgabe bis auf einen Anschnitt der Titelseite vollständig. Beim Handelsblatt (2,10 Euro) sieht es nicht viel besser aus - kein Originallayout, stattdessen eine krude und schlecht navigierbare Textwüste. Immerhin sind hier und da kleine Grafiken eingestreut.

Die WAZ-Regionalausgaben werden dagegen im Originalformat abgebildet. Dabei zeigt sich aber, wie schlecht einfache PDF-Varianten von Print-Titeln auf PC oder Tablet funktionieren, wenn sie nicht mit Navigationshilfen ausgestattet sind: Man scrollt und zoomt wie wild, Leseruhe und -vergnügen kommen nicht auf.

Leider hat der Artikel trotz seiner prägnanten Formulierungen offenbar keinen Einfluss auf die Formatwahl für die Digitaz. Ein Hoch auf die geschäftsführerische Unabhängigkeit!