Ex Oriente Lux

Thilo Sarrazin verschärft den Ton in der zweiten Auflage seines Bestsellers noch einmal deutlich:

Die Muslime als Muslime passen nicht in diese Welt [...], und darum will ich nicht, dass sie auf eine ungebührliche Weise in Deutschland vermehrt werden. Ich will es aber auch deswegen nicht, weil sie ein durchaus fremdes Volk sind und weil ich den germanischen Stamm so sehr als möglich von fremdartigen Bestandteilen rein zu erhalten wünsche.

Oha, das ist selbst für einen ehemaligen Finanzbeamt – bitte? Eine Verwechslung? Tatsächlich. Das ist mir jetzt sehr peinlich, mir müssen die Quellen etwas durcheinander geraten sein. Das obige Zitat stammt nicht von Herrn Sarrazin, sondern von Herrn Arndt, der sich an dieser Stelle auch nicht über Muslime, sondern über Juden äußert.

Immerhin: Gerade mal 200 Jahre nach Arndts geiferndem Antisemitismus gibt es plötzlich eine christlich-jüdische Tradition, mutmaßlich gespeist von der schönen Erinnerung an die religiöse Toleranz des christlich-jüdischen Mittelalters. Ich rechne mit der Proklamation einer christlich-jüdisch-muslimischen Tradition, sobald die Dominanz chinesischer Investoren spürbar wird, und wenn die Chinesen ausgedient haben, bleibt ja immer noch der Franzose mit seiner jämmerliche[n] Äfferei und Zwitterei (Arndt). So schließt sich der Kreis.