Gruppenfeindliche Bezugsmenschlichkeit

Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ist ein sperriger Begriff, was die Universität Bielefeld nicht davon abhält, zu diesem Thema zu forschen. Am Anfang jeder guten Forschung steht wie immer eine terminologische Klärung. Rassismus z.B.

umfasst jene Einstellungen und Verhaltensweisen, die Abwertungen auf der Grundlage einer konstruierten natürlichen Höherwertigkeit der Eigengruppe vornehmen.

Sehr elegant. Damit lässt sich von der Situation türkischstämmiger Deutscher über die Hutu/Tutsi-Konstellation in Ostafrika bis zum Minderheitsrassismus des Apartheidregimes alles abdecken. Sexismus dagegen

betont die Unterschiede zwischen den Geschlechtern im Sinne einer Demonstration der Überlegenheit des Mannes und fixierter Rollenzuweisungen an Frauen. Sexismus ist ein Sonderfall, weil es sich hierbei nicht, wie bei den anderen Gruppen, um die Ungleichwertigkeit einer zahlenmäßigen Minderheit, sondern einer Mehrheit der Bevölkerung handelt.

Anders ausgedrückt: Sexismus ist identisch mit Frauenfeindlichkeit und umfasst nicht die Einstellung, dass Männer übelriechend, unsensibel, farbenblind, notorisch triebgesteuert und zu blöd für die Kinderbetreuung sind. Das ist doch mal eine schöne Nachricht für Mario Barth – wissenschaftlich präzise kann nur noch die Hälfte seines Repertoires als schmierig und sexistisch bezeichnet werden.