Die Grenzen der Satire

Kathrin Passig äußert sich im Merkur despektierlich über aufrechte Kämpferinnen für offene Daten:

Der Wunsch nach digitalem Buchbesitz ist ebenso wenig selbstverständlich. Beim Filmangebot von iTunes hat der Nutzer die Wahl zwischen Kauf und Ausleihe, wobei die günstigere Leihversion nach dreißig Tagen wieder vom Rechner des Nutzers verschwindet. Wenn es um die Frage geht, ob dem Leser digitaler Texte ein vorübergehendes oder dauerndes Zugriffsrecht nicht auch genügen würde, ziehen sich Befürworter des Buchbesitzes auf das Sicherheitsargument zurück: Als physischer Eigentümer eines Buchs oder einer Datei ohne DRM-Einschränkungen sei man sicher vor Insolvenzen der Anbieterplattform und vor Rückrufaktionen wie 2009, als Amazon bezahlte Bücher per Fernzugriff von den Kindles seiner Kunden löschte. Beim Gutenberg-Projekt, kommentierte die Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation seinerzeit, könne man Bücher herunterladen, die sich nicht um Mitternacht in einen von Mäusen gezogenen Kürbis verwandelten. Bei aller Schönheit der Kürbismetapher bleibt es doch ein Argument für dieselbe überschaubare Zielgruppe, die Notstromgeneratoren kauft und ihr Geld nicht zur Bank bringt.

Das sind doch alles Vorurteile! Ich lasse mir mein Gehalt durchaus auf ein Girokonto überweisen, bevor ich es in mein Kopfkissen stopfe.