Leserflut

Andere Menschen machen sich offenbar weniger Sorgen wegen der unkontrollierten Vermehrung digitaler Bücherregale: Von den fünf Apps, die Charlie Sorret unbedingt auf dem iPad sehen möchte, gehören gleich vier zur Kategorie Newsreader/eBook-Reader.

Vielleicht handelt es sich aber auch nur um vorauseilende Bedürfnisanpassung. Geht es nach Apple und Adobe, wird man seine Büchersammlung nämlich künftig nicht nur auf mehrere Applikationen verteilen können, sondern müssen. Immerhin erhält man damit schon beim Kauf eines Buches einen Einblick in die Geschäftsbeziehungen auf dem Buchmarkt – Suhrkamp-Werke lassen sich vielleicht nur über Stanza lesen, Rowohlt-Veröffentlichungen sind grundsätzlich im iBookstore erhältlich.

Im Zentrum des Problems stehen ausnahmsweise nicht konkurrierende Formate – sämtliche Anbieter mit Ausnahme von Amazon setzen auf ePub – sondern konkurrierende DRM-Schichten desselben Formats. Unglücklicherweise handhabt ePub das Thema DRM sehr liberal, und diese Gelegenheit, den digitalen Buchmarkt zu fragmentieren, lässt natürlich kein DRM-Anbieter mit etwas Selbstachtung ungenutzt.