Monsters vs. Robots

Staatliche Überwachung, die schwindende Bindungskraft der westlichen Demokratie, die Herausforderung durch wirtschaftlich erfolgreiche Diktaturen – welches Bild von Staatlichkeit werden eigentlich unsere Kinder haben? Freundlicherweise stellt die Filmindustrie in zwei sehr gelungenen Animationsfilmen zwei gegensätzliche Modelle zur Wahl. In Robots wird die Welt so eindeutig von zwei Unternehmen (einem innovativen Konzern und einer Schrottverwerterin) beherrscht, dass staatliches Handeln nicht mehr vorkommt. Das Gewaltmonopol beanspruchen der Sicherheitsdienst des Konzerns und die rabiaten Müllsammler der Schrottverwerterin. Die Führung innerhalb des Konzerns wiederum basiert ausschließlich auf Charisma; die Verwerterin herrscht durch blanken Terror. Dass die Guten schließlich (eher zufällig) gewinnen, bedeutet lediglich den Austausch eines Tyrannen gegen einen BDFL.

Auch der Energiekonzern Monsters, Inc., geht zur Sicherung seiner Stellung und der Energierversorgung der Monster-Welt über Leichen (I'll kidnap a thousand children before I let this company die, and I'll silence anyone who gets in my way!). Allerdings gilt diese Firmenpolitik nicht nur als unmoralisch, sondern auch als illegal, und der finstere Firmenchef wird schließlich von einer einer Art Polizeibehörde festgenommen. Es gibt kein beruhigenderes Finale als das Klicken von Handschellen.

Obwohl also Monster demokratietheoretisch besser dastehen als Roboter, möchte ich mein Raumschiff weder mit HAL 9000 noch mit einer aggressiven außerirdischen Lebensform teilen.