Theorie und Praxis

Wenn man wiederholt über die Schwächen eines iPads schwadroniert, ohne je ein iPad in der Hand gehalten zu haben und ohne vom Macalope erwähnt zu werden, ist man offenbar eine Fehlbesetzung für die Rolle des dämlichen Analysten. Zeit für einen Rollenwechsel vom iPad-Theoretiker zum iPad-Nutzer. Der Apple Store war so freundlich, am 27. Mai 2010 zu liefern, und seit den frühen Morgenstunden des 28. Mai kann ich mich schon deutlich fundierter mit den häufigsten Vorbehalten auseinandersetzen.

Je nach Perspektive kann das iPad zu wenig (Technikredaktion) oder zu viel (Feuilleton). Das stimmt allerdings nur, wenn die Referenzsysteme ein Notebook und ein Buch sind. Als Ersatz für ein Notebook ist das iPad aber gar nicht gedacht (es lässt sich ohne iTunes nicht in Betrieb nehmen), und wer sich um seine Konzentration sorgt, sollte jedes Gerät mit Internetzugang meiden.

Tatsächlich ist das iPad ein nahezu perfektes Internet-Tablet, ein flexibler eReader und eine ziemlich gute Spielekonsole und reduziert so meinen altgedienten iPod Touch auf seine Funktion als Musicbox und Adressbuch. Ohne Übertreibung eine meiner besten Investitionen der vergangenen zwei Jahre (cum grano salis).