Reeder vs. NetNewsWire: 6:3

Bis gestern war NetNewsWire auf allen Plattformen mein bevorzugter RSS-Reader, heute habe ich ihn auf dem iPad durch den Reeder ersetzt. Was ist passiert?

Begeisterte Rezensionen hatten mich vor einigen Monaten dazu gebracht, Reeder zu installieren. Ich war nicht begeistert. Während sich NetNewsWire am iOS-Farbschema orientiert und ungelesene Nachrichten leicht erkennbar sind, präsentiert Reeder eine einheitlich grau-beige Oberfläche (0:1). Darauf sind die in Google Reader angelegten Ordner zu sehen – nicht aber die einzelnen Feeds. NetNewsWire zeigt alle Feeds auf einen Blick in ihrem jeweiligen Ordner (0:2). Erst nach einigen Stunden wurde mir klar, dass ich die Ordner durch die Zoom-Geste öffnen konnte. Das wiederum sieht sehr cool aus (1:2).

Reeder punktet auch mit verschiedenen Ansichten (Unread/Starred) für den Inhalt von Ordnern und einzelnen Feeds. NetNewsWire bietet nur eine Ansicht für sämtliche Starred-Einträge und eine Liste der neuesten Nachrichten aus allen Feeds (2:2).

Die ersten Zeilen einer Nachricht zeigt in der Listenansicht nur Reeder, NetNewsWire beschränkt sich auf die Überschrift (3:2). Über ein spezielles Icon kann ich in NetNewsWire zur nächsten ungelesenen Nachricht springen (von der letzten Nachricht eines Feeds springt NetNewsWire irritierenderweise zum nächsten Feed) – Reeder implementiert diese Funktion dagegen über zwei Buttons zum Auf- und Abwandern innerhalb eines Feeds (4:2).

Nur im Reeder lassen sich Nachrichten gezielt als ungelesen markieren (5:2). Ich nutze diese Funktion oft für Nachrichten, die nicht wichtig genug sind für einen Stern, die aber nicht völlig untergehen sollen. Beide Markierungen lassen sich sowohl über Icons als auch (in der Listenansicht) über Wischgesten (links/rechts) zuweisen (6:2).

NetNewsWire gelingt noch ein Anschlusstreffer mit der Navigation innerhalb der Browser-Ansicht: Es gibt nur einen Back-Button, während Reeder zwischen dem Zurück zum Feed-Eintrag- und dem Zurück zur letzten Seite-Button differenziert. Dadurch lande ich regelmäßig versehentlich wieder im Feed (6:3).

Fazit: Die einzige echte Schwäche von Reeder ist die unnötige papierähnliche Anmutung und die zu dezente Farbgebung.