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Schon wieder eine irreführende Überschrift: Diesmal geht es nicht um den allseits beliebten Texteditor, sondern um Sprache und Politik. Die politische Debatte um den konservativen Flügel der CDU hat die Schwergewichte der deutschen Qualitätspresse nämlich zu einem ganz eigenen Kräftemessen animiert: Die Süddeutsche Zeitung setzt auf sprachlichen Minimalismus (Konservatismus), während die Frankfurter Allgemeine Zeitung sich einem barocken Wortschatz (Konservativismus) verpflichtet fühlt, der allerdings im Web nicht mehrheitsfähig ist. Ein regulärer Ausdruck (Konservati(vi)?smus) als Kompromiss wurde von den Lektorinnen beider Zeitungen entrüstet zurückgewiesen.