Der sichere Hafen

Die ehemalige Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Goslar und Schutzpatronin aller entrechteten Männer legt den Finger in eine offene Wunde:

Schon die kürzere Lebenserwartung von Männern ist ein Indiz dafür, dass sie benachteiligt werden. Eine sogenannte Klosterstudie hat ergeben, dass Nonnen und Mönche nahezu gleich lang leben – bei uns liegt die Lebenserwartung von Männern sechs Jahre unter der von Frauen. Jungen bekommen in der Kindheit häufiger Ritalin verabreicht als Mädchen, sie brechen häufiger die Schule ab und bekommen schlechtere Bewertungen für die gleiche Leistung. Die Mehrheit der Arbeitslosen sind Männer, sie leiden häufiger an Depressionen und haben größere Berufsrisiken. Vor diesen Fakten darf man nicht einfach die Augen verschließen. Daraus ergibt sich auch ein gesellschaftlicher Schaden.

Es ist wirklich traurig. Von Kindesbeinen an mit Drogen vollgepumpt, werden Männer vom gesamtgesellschaftlichen Klima zu Schlägereien, ungesunder Ernährung und riskanter Fahrweise verleitet sowie am rechtzeitigen Arztbesuch gehindert, und angesichts der ständigen Abwertung ihrer Leistungen ist der Gender Pay Gap nur ein schwacher Trost. Immerhin gibt es einen probaten Weg aus der männlichen Arbeitslosigkeit, auch wenn die Zahl der finanzstarken Versorgerinnen immer noch recht überschaubar ist. Vor diesem Hintergrund ist die Eheschließung der Bundesfamilienministerin mit einem Staatssekretär eine herbe Enttäuschung für junge Männer mit Kinderwunsch und ohne Schulabschluss.