Jugend, Schönheit und Wirtschaftspolitik

Petra Pinzler beschreibt in der Zeit das Wunschszenario saarländischer Unternehmerverbände für eine Podiumsdiskussion zwischen Sarah Wagenknecht und Marie-Christine Ostermann so:

Die Kämpferin für den Markt gegen die Staatsgläubige: Wenn das gut läuft, so die heimliche Hoffnung, dann hat der Abend nicht nur ein bisschen Glamour in die Provinz gebracht, sondern auch noch ein paar ungewöhnliche Ideen für Deutschlands Zukunft, Europas Rettung und die Wege aus der Finanzkrise. Schließlich streiten da statt der üblichen mittelalten Funktionäre mit beginnender Glatze endlich mal junge, attraktive Frauen in Kostüm und Pumps.

Dass die gestandene Politikerin Sarah Wagenknecht quasi als jugendliche Newcomerin betrachtet wird, ist vielleicht der seltsamen Altersstruktur der deutschen Politik zuzuschreiben. Wirtschaftspolitische Originalität aus dem Aussehen und der Kleidung der beiden Diskutantinnen abzuleiten, spricht dagegen für die Verbreitung magischen Denkens in der Zeit-Redaktion.