Spalter

Nestlé kooperiert mit einem chinesischen Pharmakonzern, und die taz hat großen Respekt:

Der Vorteil an Chinesischer Medizin: Die Medikamente zeigen oft nur wenig Nebenwirkungen. Denn die fernöstliche Heilkunde beruht auf jahrtausendealter Erfahrung. Viele westliche Schulmediziner hingegen bestreiten die Wirksamkeit. Einiges sei auf Placeboeffekte zurückzuführen.

Wir merken uns: Die Häufigkeit und Schwere von Nebenwirkungen sinkt mit dem Alter einer Heilslehre, zugleich bekommen Zweifel an der Hauptwirkung einen spekulativen Charakter. Großartig. Nestlé bekommt nicht nur Zugriff auf 2.000 Jahre altes Wissen, sondern kann sich künftig als liebenswerter Scharlatan präsentieren. Die Kollegen Dekkers und Read werden nicht erfreut sein, wenn Paul Bulcke demnächst auch noch Nestlés Austritt aus der Liga der finsteren Großkonzerne verkündet.