Ressortleiterinnen am Rande des Nervenzusammenbruchs

Erst nachdem Marc Felix Serrao schnappatmend die Rektorin der Universität Leipzig interviewte (aggressive Umerziehungsideologie) und Andrian Kreye indigniert einen Rückfall ins vergangene Jahrhundert attestierte (begriffsfieselige Ideologie), ließ die Süddeutsche Zeitung Markus C. Schulte von Drach beruhigend kommentieren:

Wieso aber ist diese Ungleichbehandlung in unserer Gesellschaft so weitgehend akzeptiert, dass die Entscheidung der Universität Leipzig solche Reaktionen auslöst? Schließlich geht es noch nicht einmal darum, die Verhältnisse im normalen Sprachgebrauch umzukehren. Lediglich in der Grundordnung dieser Hochschule wird die weibliche Begrifflichkeit verwendet. Eine Professorin wird weiterhin als Frau Professor angesprochen, männliche Professoren dagegen nicht als Herr Professorin. Die Pläne der Universität, die nun gewissermaßen die Männer diskriminieren, sind also weit davon entfernt, den Spieß tatsächlich umzudrehen.

Dass eine symbolische Änderung in einem nicht täglich gelesenen Dokument zwei Ressortleiter so nachhaltig verstören kann, ist schon bemerkenswert. Was wohl passieren würde, wenn ihrer eigenen Funktionsbezeichnung eine feminine Endung zugefügt würde? Nicht auszudenken!