Irreführung

Mit dem Landtagsabgeordneten Alexander König verbindet mich, dass ich nicht allzu viel von Photographie verstehe, aber ein Faible für eine profesionelle Ausrüstung habe. In unserer Herangehensweise an den Kauf von Kameras gibt es dagegen gewisse Unterschiede:

Nach den IuK-Richtlinien des Parlaments können Landtagsabgeordnete Computer, Kameras, etc. für ihren Geschäftsbedarf anschaffen und sich 85% des Kaufpreises erstatten lassen. In dieser Wahlperiode habe ich seit 2008 drei kleine Digitalkameras zu einem Ladenpreis zwischen 189,- und 279,- Euro gekauft und abgerechnet. Diese gingen nacheinander kaputt. Bei einer klemmte das Objektiv, bei der nächsten ist ein Fremdkörper im Objektiv. Im Laden sagte man mir, ja, das könne man reparieren, koste jedoch über 100,- Euro. Nach einer solchen Erfahrung kam ich auf die Idee einen unverwüstlichen Fotoapparat zu kaufen und habe beim Landtagsamt angefragt, ob die fragliche Leica über die IuK-Pauschale abgerechnet werden kann. Ich erhielt nach Prüfung die Auskunft, dass dies nach den Richtlinien möglich ist. Ich marschierte in den Laden und kaufte, ohne lange zu überlegen oder auszuprobieren den Foto [sic] und rechnete ihn ab. Als ich das Ding auspackte und ausprobierte, erfolgte die Ernüchterung. Ich hatte eine für Profis bestimmt tolle Kamera gekauft, die schwer, unhandlich für mich unpraktisch war. Der teure Kauf landete im Regal und ich kaufte wenig später noch eine kleine Cannon [sic] Ixus für 159,- Euro, welche bis heute funktioniert.

Wie viele Landtagsabgeordnete wohl der irreführenden Leica-Werbung hält ewig und unterscheidet sich ansonsten nicht von einer Schnappschusskamera in Sichtweite des Landtags erlegen sind und auf jede Recherche verzichtet haben? Hoffentlich reagiert die Verbraucherzentrale Bayern bald auf diese unhaltbaren Zustände.