Infrastrukturvertrieb

Das famose Techniktagebuch enthält viele zeitlose Anekdoten aus der Welt des Vertriebs:

Ich erhalte einen Anruf von meinem Internetprovider. Man habe vor, die DSL-Technik von Anbieter A auf Anbieter B umzustellen. Dies sei eine sehr gute Idee, böte doch Anbieter B deutlich bessere Leistungen. So würden Verbindungsabbrüche der Vergangenheit angehören, freute sich die junge Dame am Telefon. Ich erwiderte, dass ich keine Verbindungsabbrüche erleben würde, was sie in ihrer Gesamtfröhlichkeit nicht störte. Sie verkündete mir, dass das Netz aber schneller werden würde. Ach, sagte ich, schneller als die 16 Mbit/s, die ich jetzt habe? Nein, meinte sie unbeirrt, aber dennoch schneller. Bevor ich mein über mir schwebendes Fragezeichen einbringen konnte, setzte sie hinzu: Ach ja, ihre Leitung wird während der Umstellung ca. vier Wochen nicht erreichbar sein, aber sie bekommen einen UMTS-Stick mit 1GB Datenvolumen als Ausgleich.

Diese spezielle Erfahrung musste ich mit meinem äußerst soliden lokalen Provider noch nicht machen. Dafür besuchen mich regelmäßig Vertrieblerinnen auf Provisionsbasis, die den Eindruck erwecken möchten, sie arbeiteten im Auftrag meines derzeitigen Stromlieferanten, und mir Umstellungen meines laufenden Vertrags anbieten. Ich vertröste sie dann geduldig auf 2064, wenn ich das übliche Alter für schamlose Betrügereien an der Haustür erreicht haben werde.