Scheckig 2

Ich kann die Usancen des US-amerikanischen Zahlungsverkehrs entspannt aus der Ferne betrachten, aber André Spiegel muss eigene Erfahrungen machen.

Und siehe da: Nicht Nostalgie fesselt US-Amerikanerinnen an Papierschecks, sondern prohibitive Gebühren für Überweisungen (Wire). Zwar verhindert die Verbreitung von Kreditkarten ein völliges Chaos (jedenfalls kurzfristig), trotzdem müssen US-Banken jede Menge unterschriebener Papierfetzen (zusätzlich zum Bargeld) handhaben.

Das erinnert aus betriebswirtschaftlicher Sicht ein wenig an die Grundsatzentscheidung der US-amerikanischen Mobilfunknetzbetreiber, Mobilfunknummern wie ortsgebundene Festnetzanschlüsse zu behandeln und die nach göttlichem Gesetz bestehende Preisdifferenz den Angerufenen in Rechnung zu stellen. Dieses System hat dazu geführt, dass Menschen (vor einigen Jahren) Anrufe nur sehr selektiv entgegennahmen, weil sie nicht wissen konnten, wie teuer das Gespräch für sie werden würde.