Elizabeth Alexandra Mary Windsor

Wenn in einem modernen, aufgeklärten und demokratischen Staatswesen eine Monarchin stirbt, können nur ausgewiesene Expertinnen auf der Basis ihrer jahrzehntelangen Erfahrung bei ihrem Sohn und Nachfolger widerstreitende Gefühle diagnostizieren oder daran erinnern, dass das 65. Thronjubiläum der Verblichenen ohne offizielle Feiern auskommen musste, weil es auf den Todestag ihres Vaters und Vorgängers fiel (wie alle britischen Thronjubiläen seit 1953). Angesichts des viel zu frühen Todes des Staatsoberhauptes dürfen sich ihre wahlberechtigten Untertanen jedenfalls mit dem Gedanken trösten, dass selbst die Opfer anderer Kolonialmächte in einer Art indirektem Stockholm-Syndrom eine dreitägige Staatstrauer zu Ehren der rainha para todos nós verhängen. Ein Einwohner der britischen Besatzungszone kleidet seine Betroffenheit sogar spontan in ein avantgardistisches Sprachspiel:

Ich bin natürlich auch mit ihr aufgewachsen, ganz klar. Finde ich schon erschreckend, dass so eine Ikone leider dann nicht mehr unter uns weilt.