Barbaren 2

Für einen kurzen Moment schien eine Mischung aus technischer Naivität und einem sehr menschlichen Interesse an pornographischem Material das Erzbistum Köln in ein mildes Licht zu tauchen, und an diesem Punkt wäre der in anderen Kontexten verstörende Rückbezug auf Heinrich Heine durch den Kölner Stadt-Anzeiger (Ist das nicht ein Fall von Wasser predigen und Wein trinken?) angemessen. Wenn man allerdings – wie die katholische Kirche – jegliche Pornographie als diabolisches Laster und schwere Sünde einstuft, gibt es keinen nennenswerten Unterschied zwischen lustigen Filmen auf PornHub und sexueller Gewalt an Kindern – und wenig überraschend haben sich die Internet-Recherchen der Kleriker mutmaßlich auch auf Missbrauchsdarstellungen bezogen.

Das Erzbistum sieht sich bemüßigt zu betonen, der Kardinal selbst gehöre nicht zu denjenigen, die Internetseiten mit Gewaltdarstellungen, Pornografie oder auch Drogen aufrufen wollten. Sehr beruhigend.