8.3.1. Der Anlaß der Krise: der Popish Plot

Der ehemalige anglikanische Geistliche Titus Oates, eine zwielichtige Figur, trat am Königshof auf und erklärte, er habe einen Popish Plot aufgedeckt, indem er sich bei den Jesuiten eingeschlichen habe und von ihnen mit Informationen versorgt worden sei. Angeblich sei ein Mord an Karl geplant, um den katholischen Jakob auf den Thron zu bringen. Tatsächlich war Oates bald von den Jesuiten enttarnt und entlassen worden, auch in seinen anderen Funktionen hatte er sich nie lange halten können. Am relativ aufgeklärten Hof waren die Behauptungen Oates’ zunächst nicht beachtet worden, aber die Bevölkerung glaubte die Anschuldigungen bereitwillig und erzwang eine erneute Anhörung vor dem Privy Council, bei der Oates den ehemaligen Sekretär Jakobs, Edward Coleman, anklagte. Damit landete er einen Glückstreffer: Coleman stand wirklich in Verbindung mit dem Papst und versäumte es, die belastenden Papiere zu beseitigen. Dieser Mann stand exemplarisch für die unglückliche Hand, die Jakob bei der Auswahl seiner Vertrauten bewies.

Zu diesen Beweisen kam der Mord an Richter Edmund Godfrey, der die Aussagen Oates’ aufgenommen hatte: er verschwand am 12. Oktober 1678 und wurde einige Tage darauf tot aufgefunden. Für das Verbrechen wurden drei Katholiken hingerichtet, die es mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit nicht begangen hatten. Plausibler erscheint ein Mord durch Oates und seinen Anhang, um seiner Anklage mehr Gewicht zu verleihen, ein vertuschter Selbstmord (im 17. Jahrhundert ein schweres Verbrechen) oder ein von der Sache unabhängiger Mord. Godfrey wurde von Anthony Ashley Cooper, dem Earl of Shaflesbury und Urahn einer Politikerfamilie, zum Märtyrer stilisiert: bei Prozessionen zu seinen Ehren wurden Papstpuppen verbrannt, die Propaganda gegen die Katholiken sprach von Mord, Plünderungen und Vergewaltigungen. Erst 1684 wurde die Haltlosigkeit der Behauptungen Oates’ bewiesen, er wurde grausam bestraft und starb an den Folgen. In den 70er Jahren dagegen war die Furcht vor den Katholiken allgegenwärtig: das Parlament verabschiedete einen neuen Test Act, der die Katholikengesetze noch verschärfte.

Dann wurden dem Earl of Danby, Karls Schatzkanzler, Verhandlungen mit Frankreich vorgeworfen. Gegen ihn wurd eein impeachment eingeleitet, das letzte große Verfahren dieser Art, in dem die Todesstrafe drohte. Karl wollte seinen treuen Diener schützen und löste 1678 das Parlament auf, sein einziger schwerer politischer Fehler. Denn weil Ludwigs Geld zu dieser Zeit ausblieb, brauchte der König ein neues Parlament, um die Soldaten aus dem englisch-holländischen Krieg zu entlassen.