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Flockengeburtstag

125 Jahre nach der Erfindung der Cornflakes macht sich die Kellogg Company daran, das Rad der Geschichte zurückzudrehen: Die neue Konzernmarke W.K. Kellogg setzt ausgerechnet auf die Initialen des Zuckerfreundes Will Keith, um zuckerfreie, Bio- und Superfood-Produkte anzubieten, schließlich bezieht sich das Sortiment auf sein Erbe als ernährungsbewusster Cerealien Hersteller – eine weitere Gemeinheit gegen den prinzipientreuen John Harvey.

Tatsächlich enthalten die veganen, palmölfreien Müslis ohne zugesetzten Zucker, künstliche Aromen und Süßstoffe auf wundersame Weise 12% Zucker (anders ausgedrückt: 50% mehr als Kellogg's Cornflakes), denn: Das Knuspermüsli wird mit Fruchtpüree hergestellt und enthält somit den natürlich vorkommenden Zucker der Früchte. Das Fruchtpüree ist wichtig für die Konsistenz des Knuspermüslis. Zucker ist also nur ein bedauerlicher Nebeneffekt der konsistenzorientierten Rezeptur, und die fehlenden Nährwertangaben auf der Kellogg's-Website nur ein redaktionelles Versehen. Der Marketingspezialist W.K. dürfte zufrieden sein.

Untertitel

Kaum habe ich englische Untertitel in englischsprachigen Filmen als Ausdruck meiner sprachlichen Inkompetenz akzeptiert, wird mir von bekannten englischen Muttersprachlerinnen versichert, in modernen Serien komme häufig a bunch of mumble-mouths zum Einsatz und (schottische|texanische) Akzente seien ohne Untertitel ebenfalls eine Zumutung. Wie soll man unter diesen Umständen einen gesunden Minderwertigkeitskomplex aufrecht erhalten?

Update (08/2019): Der Siegeszug der eiligen Schrift ist im Feuilleton angekommen.