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Banca bancae lupa

Kapitalismuskritikerinnen könnten die Ziele von N26 zum Anlass für ein wissendes Lächeln nehmen: Da schickt sich ein nicht sehr vertrauenerweckendes Startup an, einen deutschen Traditionskonzern an der Börse zu übertrumpfen. Tatsächlich ist es aber doch nur so, dass ein schwerfällig agierendes, zwielichtiges Unternehmen mit vielen Leichen im Keller von einem agileren, zwielichtigen Unternehmen mit noch relativ wenigen Leichen im Keller überholt wird.

Überraschend solidarisch

Die britische Regierung hat nicht mehr allzu viele politische Freunde in Europa, aber wenigstens der Auslandsressortleiter der taz hält ihr unverbrüchlich die Treue und den Backstop wegen der Möglichkeit sachfremder Erpressung für eine Zumutung. Eigentlich sei eine Vereinbarung im Sinne Großbritanniens ganz einfach, wenn die Europäische Union nur eine EU-Außengrenze mitten auf der irischen Insel riskieren würde:

Das wäre ein Akt der Staatskunst. Die EU sollte dazu in der Lage sein.

Stattdessen beharrt die EU-Kommission angesichts ausbleibender neuer Vorschläge der britischen Regierung und ergebnisloser Treffen überraschenderweise auf den Interessen eines ihrer Mitgliedsstaaten. Wer hätte aber auch ahnen können, dass so ein Staatenbund konsequent solidarisch agieren würde?

Im Auge des Sturms

Die pausenlose Produktion von Schlagzeilen durch den amtierenden US-Präsidenten wird gern darauf zurückgeführt, dass er seinem Publikum keine Gelegenheit geben möchte, politisch Wichtiges von Unwichtigem zu trennen, und es stattdessen in ständiger Unruhe hält und effektiv manipuliert.

Andererseits illustriert gerade der Wirbel von Meldungen den Charakter dieses Herrn an manchen Tagen perfekt – korrupt, inkompetent und auf groteske Weise eitel. Seine Empathielosigkeit hat er einige Wochen früher, aber dafür um so eindrücklicher bewiesen.

Alien: Too Close to Home

Bislang sah es so aus, als würden entweder traditionelle Plagen (gegebenenfalls in einer leicht modernisierten Variante) oder maschinelle Heimsuchungen das Ende der Menschheit einleiten. Dank einer chinesischen Mondmission ist aber das Alien-Szenario wieder überraschend gut im Rennen:

Der chinesische Rover Yutu 2 hat auf dem Mond eine ungewöhnliche Entdeckung gemacht. Er ist auf eine unbekannte Substanz gestoßen. [...] Die Untersuchungen ergaben lediglich, dass die Substanz eine gelartige Konsistenz und eine ungewöhnliche Farbe hat.