Cornflakes

Die Cornflakes vom Cornflakes-Erfinder John Harvey Kellogg haben mittlerweile keinen Geschmacksvorsprung gegenüber Konkurrenzprodukten mehr. Das war vor 15 Jahren ganz anders: Damals habe ich die Flakes der Firma Brüggen ausprobiert und bin reumütig zu den überteuerten Flocken von Mr. Kellogg zurückgekehrt. Heute bietet der große Discounter Lidl mit Crownfield-Cornflakes eine gleichwertige Alternative, und im Premium-Segment (Seitenbacher, Barnhouse, basic bio) sind die Cornflakes teilweise sogar besser.

Kellogg's lässt sich deshalb von den Lesern von Reader's Digest zur „vertrauenswürdigsten Marke für Frühstücks-Cerealien“ wählen – was auch immer das über die Cornflakes aussagt. Außerdem verweist das Unternehmen auf den „speziellen Hartmais aus Argentinien“ sowie den Einsatz des Walzverfahrens (statt der Herstellung von Flakes aus Maismehl). Wenn man allerdings die Webseiten der Konkurrenz besucht, gewinnt man den Eindruck, das jeder Flakeshersteller mit einem Funken Ehre im Leib walzt und nicht mahlt.

In einem Radio-Feature zum Todestag von John Harvey Kellogg habe ich übrigens erfahren, dass nur sein geschäftstüchtiger Bruder William (gegen den Willen und hinter dem Rücken von John Harvey!) einige Jahre nach der Einführung der Cornflakes dafür gesorgt hat, dass den Flocken Zucker zugesetzt wurde. Mittlerweile werden neben Zucker auch noch Glukosesirup, Vitamine und Eisen beigefügt, aber immerhin beschränkt sich der Gesamtzuckergehalt auf 8%, was im Vergleich zu anderen Kellogg's-Produkten als zuckerarm gelten darf.

Die Anreicherung mit Vitaminen und Eisen haben (leider) auch viele andere Flakes-Anbieter übernommen.