Das erste LaTeX-Dokument

Nach der erfolgreichen Installation wollen wir unser erstes LaTeX-Dokument schreiben. Starten Sie dazu einen beliebigen Texteditor, der reinen Text speichern kann (z.B. BBEdit, Textwrangler).

LaTeX-Befehle

Bevor wir anfangen noch eine kurze Erläuterung der Syntax von LaTeX-Befehlen: Alle Befehle beginnen mit dem sog. Backslash (\). Dem Backslash folgen der Befehlsname und – in geschweiften Klammern {} – die obligatorischen Argumente des Befehls. Zusätzliche optionale Argumente (Parameter) werden in eckige Klammern [] gesetzt. Beispiel:

\documentclass[11pt]{article}

Dieser Befehl legt die Dokumentklasse article fest und verlangt die Verwendung der Schriftgröße 11pt.

Das Grundgerüst

Jetzt geht's los. Unser erstes Dokument ist sehr einfach und besteht nur aus vier Zeilen:

\documentclass{article} \begin{document} \LaTeX{} ist gar nicht so kompliziert. \end{document}

Die erste Zeile enthält die Angabe einer Dokumentenklasse, d.h. den Befehl \documentclass mit dem Argument article. Diese Zeile und alle folgenden Anweisungen vor \begin{document} werden als Präambel bezeichnet. In die Präambel gehören neben der Dokumentenklasse alle Formatierungsbefehle, die das ganze Dokument betreffen (Papierformat, Sprache etc.). Ohne zusätzliche explizite Anweisungen verwendet LaTeX die in der Dokumentenklasse definierten Standardeinstellungen.

Die zweite Zeile teilt LaTeX mit, dass die Präambel komplett ist und der eigentliche Text des Dokumentes folgt – was er dann auch tut. Die vierte Zeile schließlich beendet das Dokument.

Die Kompilation

Übergibt man das Beispieldokument an den LaTeX-Interpreter, wird daraus eine druckfertige Datei erstellt. Das ursprüngliche Ausgabeformat des Interpreters ist DVI, aus dem sich in weiteren Schritten PostScript- und PDF-Dateien erstellen lassen. gwTeX bietet allerdings die Möglichkeit, PDF-Dateien ohne Umweg aus TeX- oder LaTeX-Dokumenten zu erstellen (mit Hilfe des Programms pdflatex). Das PDF-Format hat den Vorteil, dass für die meisten Computerplattformen kostenlose Programme (z.B. der Acrobat Reader oder das in MacOS X integrierte Preview) verfügbar sind, mit denen sich PDF-Dateien öffnen und ausdrucken lassen.

Kompilation im Terminal

Wenn Sie gwTeX nach den Anweisungen im Abschnitt Installation installiert haben, können Sie das Dokument einfach mit Hilfe des Terminals setzen. Dazu speichern Sie Ihr LaTeX-Dokument mit der Erweiterung .tex und starten im Terminal das Programm pdflatex:

Wenn die Datei fehlerfrei kompiliert wurde, erscheinen im Verzeichnis der latex1.tex-Datei folgende Dateien:

latex1.pdf
Die Ausgabedatei, die nur den schönen Satz „LaTeX ist gar nicht so kompliziert.“ enthält.
latex1.aux
Eine Hilfsdatei, die Informationen über Querverweise im Dokument enthält (in unserem Fall nur die entspannte Mitteilung \relax).
latex1.log
Das Tagebuch des LaTeX-Interpreters, das den detaillierten Verlauf der Kompilierung auflistet.

Kompilation mit TeXShop

Eine komfortablere Methode stützt sich auf das mit MacTeX installierte Frontend TeXShop. Mit TeXShop lassen sich LaTeX-Dokumente erstellen und kompilieren. Darüber hinaus werden die erzeugten PDF-Dateien in TeXShop angezeigt. Im Hintergrund führt TeXShop denselben Befehl aus, den Sie eben im Terminal eingegeben haben. Der Verlauf der Kompilation wird in einem eigenen Konsolenfenster angezeigt:

So einfach kann LaTeX sein. Im folgenden Abschnitt sehen wir uns die Präambel genauer an.