Die Geschichte des Internet

Der Vorläufer des Internet war das ARPANET (Advanced Research Projects Agency Network), das auf Initiative der RAND Corporation (Research and Development Corporation) entwickelt worden, um die Kommunikation der US-Behörden nach einem sowjetischen atomaren Angriff sicherzustellen. Anfang der 60er Jahre waren Kommunikationsnetzwerke auf jeden ihrer Knoten angewiesen: Der Ausfall eines Knotens bedeutete den Ausfall des kompletten Netzes. Die Vorstellung der RAND-Mitarbeiter war dagegen an ein Fischernetz angelehnt, in dem auch nach der Zerstörung vieler Knoten noch Verbindungen zwischen zwei Punkten des Netzes bestanden.

1969 wurden die Vorschläge der RAND Corporation in einem kleinen dezentralen Netzwerk namens ARPANET umgesetzt, das vier Universitäten (Stanford Research Institute, UCLA, UC Santa Barbara, und die University of Utah) miteinander verband und die gemeinsame Nutzung von Großrechnern ermöglichte. Zwei Jahre später waren 23 amerikanische Universitäten im ARPANET miteinander verbunden, 1973 wurden in England und Norwegen die ersten Rechner außerhalb der USA in das ARPANET aufgenommen. Kurz darauf begann die Verlagerung vom militärisch-wissenschaftlichen Schwerpunkt auf zivile und kommerzielle Anwendungen eines Rechnernetzes.Obwohl das ARPANET ursprünglich für den Austausch von Forschungsergebnissen und Berechnungen gedacht war, wurde die Kommunikation mittels elektronischer Post (Email) rasch die populärste Anwendung. 1979 wurden die ersten Diskussionsgruppen (Newsgroups) im sogenannten USENET eröffnet.

Ab 1982 entwickelten Wissenschaftler das Protokoll TCP/IP (Transfer Control Protocol/Internet Protocol), den heutigen Standard für Datenaustausch im Internet. Der Ausdruck "Internet" wurde zum ersten Mal benutzt, um den Zusammenschluss einzelner lokaler Netzwerke zu bezeichnen. Viele Firmen, die über netzwerkfähige Rechner verfügten, schlossen sich dem Internet an. Die Kombination vergleichsweise preiswerter Schreibtischrechner (PCs) und leistungsfähiger Großrechner zur Vernetzung von Arbeitsplätzen sorgte für einen weiteren Wachstumsschub. 1984 waren 1.000 Großrechner (Hosts, Server) per TCP/IP miteinander verbunden, drei Jahre später hatte sich diese Zahl bereits verzehnfacht.

Schon 1985 gehörten Email und Newsgroups an vielen amerikanischen Universitäten zum Alltag. Im Jahr darauf bot die Universität von Cleveland (Ohio) mit dem "Freenet" den ersten Netzzugang für die Öffentlichkeit an. Am 1. November 1988 wurden zum ersten Mal die Gefahren eines offenen Netzes deutlich, als ein Virus namens "Internet Worm" 6.000 der 60.000 Server deaktivierte. Als Reaktion darauf wurde das Computer Emergency Response Team (CERT) gegründet. 1990 wurde das ursrpüngliche ARPANET aufgelöst, während die Zahl der Internet-Server 300.000 erreichte.

An der University of Minnesota wurde 1991 mit "Gopher" das erste Programm zum Durchsuchen des Internet mittels Mausklicks (Browser) entwickelt. Im selben Jahr publizierte Tim Berners-Lee eine Kombination von Text, Bildern und Ton nach dem Prinzip der heutigen Webseiten in einer Newsgroup. Eine Gruppe von Studenten der University of Illinois veröffentlichte 1993 mit "Mosaic" einen graphischen Browser zur Anzeige solcher Informationen und legte damit den Grundstein für das "World Wide Web" (WWW).