Die Struktur des Netzes

Das ARPANET war ursprünglich als distributives Netzwerk angelegt, da eine solche Struktur die höchste Ausfallsicherheit bietet. Allerdings setzt ein echtes distributives Netzwerk voraus, dass jeder verknüpfte Rechner über mehrere Verbindungen zu den übrigen Rechnern im Netzwerk verfügt. Das Internet ist dagegen nur in bestimmten Bereichen distributiv; ein Teil der Rechner ist auf eine einzelne Verbindung angewiesen.

Darüber hinaus muss unterschieden werden zwischen Hosts (Gastgebern) bzw. Servern (Lieferanten) einerseits und Clients andererseits. Obwohl häufig von der wechselseitigen und gleichberechtigten Verteilung von Information die Rede ist, werden die meisten privaten PCs nur als Clients genutzt. Die Struktur des Netzes lässt sich deshalb präzisieren:

Für die Server/Hosts, die den "Kern" des Netzes bilden, gilt das Schlagwort von der distributiven Vernetzung, während sich Internetnutzer meist über das PPP (Point-to-Point Protocol) mit dem Internet verbinden. Netzwerktheoretisch entspricht das dem Stand der 60er Jahre, technisch ist die Vernetzung von vielen Millionen Rechnern über Telefon- und Datenleitungen eine beeindruckende Leistung des späten 20. Jahrhunderts.

Das wird vielleicht noch deutlicher, wenn man die Gliederung des Netzes genauer betrachtet: Das Internet ist ein Zusammenschluss mehrerer Wide Area Networks (WAN), die wiederum aus vielen Local Area Networks (LAN) bestehen. Die notwendige Bedingung für die Funktionsfähigkeit eines so großen Netzes ist der bereits erwähnte Standard für die Kommunikation zwischen den einzelnen Rechnern: TCP/IP.

Alle Internetdienste basieren darauf, dass Informationen (Daten) zwischen einem Client, einer Reihe von Servern und eventuell einem zweiten Client ausgetauscht werden. Der Weg, den z.B. eine Email von einem Absender bis zum Empfänger nimmt, illustriert den Vorteil eines dezentralen/distributiven Netzes. Obwohl mehrere mögliche Verbindungen zwischen Absender und Empfänger gestört sind, gelangt die Nachricht ans Ziel: