Porridge

Seit den herben schottischen Anfängen (Scottish traditionalists allow only oats, water and salt) hat Porridge sich zu einem auch außerhalb des Commonwealth (Gesüßt wurde Porridge in Schottland nur für Kinder, während die Engländer meist Zucker zufügten.) beliebten Frühstück bzw. Forschungsgegenstand entwickelt und dabei die schottische Geringschätzung der verzärtelten englischen Esskultur hinter sich gelassen. Während die Schotten weiterhin ihre besonders dicken Haferflocken anpreisen, verkaufen der Weltmarkführer und der deutsche Platzhirsch sehr zarte Flocken. Mit geschicktem Marketing kann man als Haferflockenanbieter sogar reich werden.

Grundsätzlich verträgt sich Hafer mit verschiedenen Flüssigkeiten (Wasser, Milch, Hafermilch, Reismilch, Mandelmilch, Sojamilch) allerlei Gewürzen (Zimt, Kardamom, Muskatnuss, Vanille oder Ingwer), Nüssen (Mandeln, Walnüssen, Haselnüssen) und Früchten (Blaubeeren, Bananen, Äpfeln, Orangen), und Frau Just hat sich des Themas Zutaten sehr systematisch angenommen.

Lediglich an der Frage, ob Porridge mit einer kleinen Prise Salz zu würzen sei, scheiden sich noch die Geister. Ich salze nicht, kündige aber keiner Salzenden die Freundschaft.

Alle folgenden Rezepte schmecken auch mit Reismilch, sind dann aber etwas süßer.

Halbklassisch

Ein klassisches Porridge braucht jedenfalls nicht viel, was Frau Wingen dokumentiert. Als Reminiszenz an den schottischen Traditionalismus mischt sie Wasser und (Getreide-)Milch im Verhältnis 1:2, macht ihre street credibility aber im letzten Schritt durch Zucker/Zimt zunichte.

Frau Kaiser empfiehlt eine Diversifizierung der Getreidebasis, und ich kann bestätigen, dass eine Mischung aus 30 g Haferflocken, 10 g Roggenflocken und 10 g Hirseflocken ausgesprochen gut schmeckt.

Zutaten

Zubereitung

Haferflocken, Milch und Wasser in einen kleinen Topf geben und unter Rühren aufkochen. Die Hitze reduzieren und den Brei köcheln lassen, bis er cremig ist. Eventuell süßen und würzen.

Ungequetscht

Selbst die hartgesottenen Iren hälfteln die Haferkörner vor dem Kochen, aber grundsätzlich lassen sich auch ganze Haferkörner zu einem Porridge verkochen. Menschen mit etwas weniger Geduld am Kochtopf sollten bei einer Antipathie gegen mehrere Verarbeitungsschritte allerdings auf Hirse ausweichen, die in köchelnder Hafermilch, gemischt mit Zimt und Trockenfrüchten (z.B. Äpfel, Aprikosen), schon in 15-20 Minuten die gewünschte Konsistenz annimmt.

Gewürzt

Die meisten Menschen kochen Haferflocken einfach bis zur Schleimigkeit und zuckern den entstehenden Brei. Frau Esskultur dagegen röstet ihre Haferflocken und gießt die Milch/Sojamilch/Hafermilch/Mandelmilch bzw. das Wasser unter stetigem Rühren schluckweise an.

Zutaten

Zubereitung

Haferflocken anrösten, mit Zimt und geriebenem Ingwer würzen und mit Hafermilch ablöschen. Hitze reduzieren und köcheln lassen, Mandeln unterheben und mit Ahornsirup süßen.

Bananig

Die Kombination von Hafer und Banane kann man sehr unambitioniert (in der Mikrowelle!) umsetzen oder – wie Frau Wiehler – zu einer Kunstform erheben. Ich verzichte auf die von ihr angeregte Herstellung von Kokosmilch (aus Wasser und Kokosflocken), die ich im Verhältnis 1:1 mit Hafermilch mischen könnte, verwende nur einen halben Teelöffel Mandelmus und lasse sogar Mandelblätter, Rosinen und frisches Obst weg. Das Ergebnis schmeckt trotzdem sehr gut, was entweder für meinen Minimalismus oder für die Robustheit des Grundrezeptes spricht.

Frau Kirschbiene variiert das Rezept ebenfalls durch Beschränkung auf das Wesentliche (zzgl. Zimt und Kakaonibs), brät aber die Banane an und verziert den Brei mit den in der Essensbebilderung unverzichtbaren Blaubeeren.

Zutaten

Zubereitung

Banane in Scheiben schneiden. Die Hälfte der Banane mit Haferflocken und Hafermilch zum Kochen bringen, Hitze reduzieren und köcheln lassen. Sobald der Brei cremig ist, Mandelmus einrühren und die restlichen Bananenscheiben darauf verteilen.

Obstig

Ein komplexes Porridge findet sich in der Zeitschrift Schrot & Korn. Ich habe es (natürlich) vereinfacht und Sahne, Reissirup sowie getrocknete Physalis weggelassen.

Zutaten

Zubereitung

Haferflocken mit Hafermilch in einem Topf unter ständigem Rühren aufkochen und bei reduzierter Hitze breiig kochen lassen. Heidelbeeren/Himbeeren zugeben und antauen lassen. Vor dem Servieren mit Hanfsamen und Kürbiskernen bestreuen.

Sonntäglich

Auch diesseits des ausgesprochen aufwendigen Hirseauflaufs lässt sich ein leckeres und nicht sehr teures Sonntagsporridge bereiten.

Zutaten

Zubereitung

Haferflocken mit Hafermilch in einem Topf unter ständigem Rühren aufkochen, Mandeln, Kokosraspel und Vanille einrühren und bei reduzierter Hitze breiig kochen lassen. Himbeeren zugeben und antauen lassen.

Brinta-Simulation

Ein gutes Porridge kann auch aus Grieß oder Mehl bereitet werden und benötigt nicht unbedingt Hafer. Unsere niederländischen Nachbarn setzen z.B. seit Jahrzehnten auf gesalzenes Weizenvollkornmehl. In diesem speziellen Fall ist eine Prise Salz tatsächlich zu empfehlen. Menschen mit Glutenaversion können das Weizenmehl auch durch eine Mischung aus Buchweizen-, Hirse- und Amaranthmehl (im Verhältnis 2:2:1) ersetzen.

Wenn die Basisversion trotz Malzextrakt etwas zu fad erscheint: Der Brei lässt sich alternativ mit einer Banane und etwas geriebenem Ingwer sehr gut zubereiten – die Hälfte der Banane wird in Scheiben mitgekocht, der Ingwer wird zum Ende der kurzen Kochzeit untergehoben, die restlichen Bananenscheiben werden zum Schluss auf dem Brei drapiert. Dank der süßen Banane kann man praktischerweise auf das teure Malzextrakt verzichten.

Zutaten

Zubereitung

Hafermilch erhitzen, Salz hinzufügen, Weizenvollkornmehl einrühren. 2-3 Minuten unter stetigem Rühren (Schneebesen) auf kleiner Hitze köcheln/quellen lassen, Malzextrakt einrühren.