Blasiert
Adam Soboczynski schreibt über Carsten Maschmeyer und Gerhard Schröder:
Es strahlt einen jene sehr deutsche Mischung aus anrührender Unbeholfenheit und mühsam verborgener Grobschlächtigkeit an, die bereits die französische Schriftstellerin Madame de Staël im frühen 19. Jahrhundert dem Menschenschlag des Nordens attestierte, wo es keine gesellschaftlich relevanten Höfe und keine rechte Etikette gab, dafür allerlei sentimentale Treuherzigkeit und Männerfreundschaft. Es herrscht wohl hierzulande nach wie vor jener Mangel an vornehmer Diskretheit und sensibler Distinktion der besseren Gesellschaft, in der mit sprezzatura (Baldassare Castiglione) die mühevollsten Taten mühelos erscheinen, aber niemals umständlich oder hölzern. Und schon gar nicht statusbesorgt.
Wenn ich die Wahl hätte zwischen der Gesellschaft rücksichtsloser Emporkömmlinge und diesem unangenehmen Standesdünkel – ich würde mich glatt auf eine mallorquinische Finca einladen lassen.