Tausend Jahre sind ein Tag

Für Rechtsextreme hat die Tagesschau-Redaktion eine Ein-Wochen-Regel erfunden. Wenn der Zeitraum zwischen dem Einstieg in den Terrorismus und der Festnahme weniger als sieben Tage beträgt, gelten (nicht näher definierte) mildernde Umstände:

Ein erstes Treffen vieler Angeklagter auf dem Grillplatz Hummelgautsche im schwäbischen Alfdorf (Rems-Murr Kreis) viele Monate vor dem Auffliegen wertet der Senat noch als unverbindliches Kennenlernen. Wenn es ein Gründungstreffen gegeben habe, dann vier Tage vor der Festnahme in einer Gaststätte in Minden, so klang es in der Hauptverhandlung durch. Die Angeklagten wären dann ganze sechs Tage Terroristen in Freiheit gewesen. Welchen Preis das für ihr weiteres Leben hat, wird das Oberlandesgericht Stuttgart am Vormittag mitteilen.

Das Oberlandesgericht Stuttgart ist der Empfehlung aus Hamburg zum Glück nicht gefolgt. Es steht allerdings zu befürchten, dass der US-amerikanische Supreme Court eine eintägige Diktatur des Faschisten, der drei seiner Mitglieder ins Amt gebracht hat, im Sinne der Tagesschau bewerten würde:

Ex-US-Präsident Donald Trump wird nach eigenen Worten im Falle seiner Wiederwahl nicht zum Diktator – außer am ersten Tag seiner Amtszeit. Nein. Nein. Abgesehen vom ersten Tag, antwortete Trump bei einer Veranstaltung des Fernsehsenders Fox News auf die Frage, ob er im Falle eines Wahlsiegs im November zum Diktator werde.

Ich kann nur hoffen, dass der Songtitel des ehemaligen Hitlerjungen Bockelmann nicht auf einer Kombination von prophetischen Gaben und abgründigem Humor beruht.