Wählerisch

Für Politikwissenschaftlerinnen ist die zunehmende Ununterscheidbarkeit politischer Parteien in Deutschland eine Binsenweisheit, und das Phänomen trotzt auch der viel beschworenen Polarisierung unserer Gesellschaft. Der sichtbarste Unterschied zwischen den im laufenden Bundestagswahlkampf relevanten Parteien ist der Tonfall. Die Arbeiterklasse kommt traditionell über den Kampf ins Spiel:

Die CDU tritt in ihrem staatlichen Armutsprogramm Wahlprogramm weniger kämpferisch auf (für Krawall gibt es ja die verbündete süddeutsche Kleinpartei) und schmiedet stattdessen Pläne –

– während die Grünen ihren Nonkonformismus betonen, indem sie mutig auf das ermüdend repetitive für verzichten:

Inhaltlich verfolgen die drei Parteien weitgehend dieselben Ziele –

– die die wie üblich sorgfältig recherchierende Tageschau-Redaktion in der öffentlichen Kommunikation teilweise vermisst. Leichte Haltungsunterschiede gibt es bei den Themen Mobilität –

– Leistung –

– und Bildung:

Die eigentlichen Differenzen verbergen sich aber in den nicht mitgelieferten Haushaltsspekulationen, die wiederum durchgehend auf dem Prinzip beruhen, dass die jeweils geplanten Maßnahmen zu enormer Wachstumssteigerung führen und sich dadurch praktisch selbst finanzieren. Abweichungen von diesem Finanzierungskonsens werden mit großer Aufregung quittiert. Es gibt eigentlich nur zwei Themen, bei denen es keine Verwechslungsgefahr gibt. Zum einen die Gestaltung der Einwanderungsgesellschaft:

Zum anderen der Umgang mit den dunklen Seiten des eigenen Landes:

Zumindest im Wahlprogramm der CDU gibt es Diskriminierung ausschließlich gegen alte Menschen und Frauen, und Rassismus wurde vollständig durch Leitkultur ersetzt. Im nächsten Schritt werden die Christdemokratinnen sicher auch den Rassismus in den Köpfen einiger Parteimitglieder überwinden.