Kriegsfürst 8
Die Außenpolitik des wirtschaftskundigsten TACO-Verkäufers US-Präsidenten aller Zeiten (Bachelor of Science in Economics!) ist in der chickens coming home to roost-Phase angelangt, mit möglicherweise weitreichenden Folgen für die gesamte Weltwirtschaft. Dem sympathischen Häuslebauer aus Queens muss man allerdings zu Gute halten, dass er sich standhaft weigert, ein zu seinen Gunsten gezinktes Spiel zu gewinnen.
Aus seiner momentanen Position der Schwäche heraus möchte Mr. Trump jedenfalls den militärisch und diplomatisch siegreichen Iran mit einem Wirtschaftskrieg überziehen (a.k.a. geduldig die Wirkung von Wirtschaftssanktionen abwarten) und statt seerechtswidriger Transitgebühren die völkerrechtswidrige Annexion der Straße von Hormuz durchsetzen.
Während der Wartezeit könnte das Weiße Haus sich intern auf einen Kriegsgrund verständigen, denn aktuell geht es laut dem Vizepräsidenten vor allem um niedrigere Öl- und Gaspreise, während der mit 33% Zustimmung immer noch erstaunlich populäre Präsident a tiny little bit more for your gasoline
für einen akzeptablen Preis im Kampf gegen die nukleare Proliferation hält:
Trump on Friday called on Americans to accept higher gasoline prices as the cost of preventing Iran from acquiring nuclear weapons. He posted this morning that the
number one Goal is, and always will be, that Iran cannot have, in any way, shape, or form, a Nuclear Weapon—even though his administration assessed before the war that Iran was not actively building weapons, even though the White House hasn’t offered any explanation for how the war will prevent the regime from restarting its weapons program, and even though the war may make Iran’s desire for a nuclear arsenal only more urgent. Meanwhile, Vice President Vance says that lowering fuel prices is actually nowgoal No. 1of the war.
Solange der Iran sich aber weigert, seinen Sieg in eine Niederlage umzudeuten, müssen US-Verbündete herhalten, um militärische Phantasien auszuleben –
Dass Donald Trump ein schlechter Verlierer ist, haben die Machthaber in Teheran früh verstanden – und den US-Präsidenten in sechs Monaten Krieg militärisch und politisch Schritt für Schritt gekonnt auflaufen lassen. Nun muss Trump die wenigen Karten, die er noch auf der Hand hat, neu bewerten. Findet er noch ein Ass oder einen Joker? Der Überwältigungssieg aus der Luft ist ausgeblieben; der politische Deal zur Öffnung der Straße von Hormus erweist sich als Non-Starter; die Islamische Republik wirtschaftlich zu erdrosseln, wird dauern, und ein Erfolg ist keineswegs garantiert. Was also tun?
Erst einmal Radau machen.
Wenn Oman sich uns in den Weg stellen sollte, werden wir es in Grund und Boden bomben, bellt der Präsident in Richtung seines zuverlässigen arabischen Verbündeten. Trump will seinen Wählern daheim das Gefühl vermitteln, dass die in der Straße von Hormus auf Grund gelaufene US-Militärmacht weiter tun kann, was sie will. Kann sie aber nicht.
– oder erneut die eigene Unzuverlässigkeit zu demonstrieren:
Based on my very good relationship with Kim Jong Un, of North Korea, I am not happy with the fact that the United States has, long ago, agreed to participate in Joint Military Exercises with South Korea. These exercises are not only costly, with much of these costs paid for by the United States of America (as usual!), but send a signal that is totally inappropriate and hostile, to a Country that, as long as Donald J. Trump has been President, has been unthreatening and respectful. Therefore, and based on the fact that it is too late to cancel, I have instructed Secretary of War, Pete Hegseth, to substantially reduce the Joint Military Exercises! While somewhat unrelated (?), I recently asked the President of South Korea if they would like to join us in the Denuclearization of the Islamic Republic of Iran, and they said,
No thanks!Thank you for your attention to this matter. President DONALD J. TRUMP
Den arabischen Staaten dämmert wahrscheinlich langsam, dass selbst großzügige Bestechungsgeschenke Investitionen in die bilateralen Beziehungen bei diesem ebenso ängstlichen wie unsteten Präsidenten eine sehr kurze Halbwertszeit haben. In Teheran wiederum wird man – abgesehen von der allgemeinen Bewunderung für autoritäre Gewaltherrscher – eine weitere Botschaft sehr interessiert zur Kenntnis genommen haben:
Whatever Trump’s feelings, his bumbled comments (and needless fumbling of likely classified information) nonetheless revealed how much Trump regards nuclear weapons as a sign of status, and sent a message of crystalline clarity to Iran: Nuclear deterrence, even with only a few bombs, works. Get a nuclear weapon as soon as you can if you want to be safe and treated with the kind of deference America shows to North Korea.
Wenn man nicht wüsste, dass im Weißen Haus multidimensionales Schach gespielt wird, könnte man glatt auf die Idee kommen, die US-Administration sei kommunikativ und strategisch völlig überfordert.