Pulitzerpreisschild 2
Die Grenzen zwischen weitsichtigem Geschäftssinn und habitueller Speichelleckerei sind bei spätberufenen Verlegerinnen so fließend wie die Verachtung für journalistische Prinzipien groß ist.
Verlagsgeschäftsführungen und Verlegerinnen können sich in der Regel auf Käuflichkeit als Leitprinzip verständigen, aber die Redaktionen sind immer noch durchsetzt von naiven Idealistinnen. Trotzdem braucht es nicht unbedingt den angekündigten press crackdown des künftigen Reichsführers US-Präsidenten, um diesen Widerstand zu brechen: Manche Nervensägen werden vorsichtiger, besonders ehrbare Journalistinnen (und Abonnentinnen) reichen schon nach kleinen Zensurversuchen ihre Kündigung ein, und weitere potentiell Aufmüpfige kann man aus betrieblichen Gründen
entlassen.
Wenn man dann auch noch einen unterwürfigen Redakteur für die symbolischen Rechtfertigungsversuche (The only bias was against repetition.
) findet, lassen sich die unvermeidlichen Beschimpfungen ganz gut ertragen. Und notfalls verkauft man den runtergewirtschafteten Laden an eine wohlhabende Idealistin.
Update: Prinzipienfeste Journalistinnen sind tatsächlich angenehm empfindlich und ersparen den Personalabteilungen viel Papierkram. Es sei denn, sie wollen reden
.