Präsidial
Im zweithöchsten Amt der Bundesrepublik oszilliert Julia Klöckner zwischen demonstrativer Neutralität, einer besonderen Form der Hufeisentheorie für den journalistischen Bereich und handfester Parteipolitik, was ihr nicht nur positive Kritiken einbringt:
Ich kenne Frau Klöckner schon lange. Sie war noch nie in der Lage, Dinge zusammenzuführen. Sie hat immer nur polarisiert, polemisiert und gespalten. Insofern war von Anfang an klar, dass sie eine Fehlbesetzung ist. Inzwischen sagen selbst Leute aus der Union, dass Merz sie nur zur Präsidentin gemacht hat, um sie von einem Ministerposten fernzuhalten, auf dem sie noch mehr Schaden anrichtet.
Ob dieses Manöver des innenpolitisch glücklosen Bundeskanzlers als gelungen gelten kann, oder ob sich die Bundestagspräsidentin noch zu ungekannten Höhen der Destruktion aufschwingt, werden die nächsten Jahre zeigen.