Zweitsieger und Erstverlierer

Niemand verliert gern, und selbst dem kritikfreudigen Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland darf man angesichts einer krachenden Niederlage ein wenig Schönfärberei nachsehen. Wenn allerdings Aufmerksamkeit für eigene Fehler als Schmutzkampagne wahrgenommen wird und optimistische Worthülsen in Realitätsverweigerung kippen, kollidiert man schnell mit CDU-Grundwerten wie Eigenverantwortung und Leistungsprinzip:

CDU bei Bundesjugendspielen: Verweichlichte Jugend mit ihren Teilnahmeurkunden, wir wollen wieder echte, klare Sieger küren!

CDU, wenn sie bei einer Wahl knapp auf Platz 2 landet: Können wir nicht alle irgendwie Sieger sein und alles teilen?

Für Selbstmitleid und Träumereien hat der künftige Ministerpräsident wenig Verständnis –

Özdemir lehnte eine Teilung der Amtszeit prompt als abwegig ab. Für ihn sei maßgebend, was Kanzler Friedrich Merz (CDU) und Hagel gesagt hätten. Was wer anders sagt, interessiert mich nicht wirklich. Bevor jetzt die Frage kommt: Wir werden vermutlich auch keine Doppelspitze einführen beim Amt des Ministerpräsidenten, das könnte ja auch ein Vorschlag sein. Das ist alles nicht meins. Wir sind erwachsen hier. Wir machen erwachsene Politik. Die Situation ist einfach zu ernst für Quatsch aller Art.

– obwohl es auch bedenkenswerte Variationen einer Machtteilung gibt.