Restgewissheiten

Ein Jahr nach der Vereidigung von Friedrich Merz als Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland ist nicht nur die von ihm angeführte Bundesregierung in einem mitleiderregenden Zustand, sondern auch die Bundesrepublik selbst: Treibstoff und Waffen müssen aus Kriegsgebieten bezogen werden, ein gefährliches Virus verteilt sich über das Land, das regionale Remake der Machtergreifung nimmt Form an, und dann schneit es auch noch im Mai. Selbst der Anführer einer regelmäßig hilfsbedürftigen Kleptokratie südlich von Kanada spottet im Internet ungestraft über Deutschland (No wonder Germany is doing so poorly, both Economically, and otherwise!)!

Zum Glück kann man sich darauf verlassen, dass sich die deutsche Regierung unbeirrt am Credo von Merz’ hochverehrter politischer Ziehmutter orientiert und dass empfindsame Kaufhausdirektorinnen und robuste Gewerkschafterinnen nicht harmonieren:

Beim Bundeskongress des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) hat Bundeskanzler Friedrich Merz für tiefgreifende Sozialreformen geworben - und dafür Pfiffe und Buhrufe kassiert. Mit seinem Appell, den Reformprozess als Chance statt Bedrohung zu begreifen und daran mitzuwirken, drang der CDU-Chef bei den etwa 400 DGB-Delegierten kaum durch.

Merz betonte erneut, dass ohne Wirtschaftswachstum der Wohlstand in Deutschland nicht zu sichern sei. Dazu seien tiefgreifende Reformen notwendig. Wir haben es schlicht versäumt, unser Land zu modernisieren, so der Kanzler. Deutschland müsse sich aufraffen.

Das stieß auf Kritik. Als Merz über die bereits von der Bundesregierung beschlossenen Sparmaßnahmen bei der gesetzlichen Krankenversicherung sprach, gab es die ersten Pfiffe, Buhrufe und Zwischenrufe. Die im Sommer bevorstehende Rentenreform bezeichnete der Kanzler als das härteste Brett und betonte, dass es sich nicht um Bösartigkeit von mir oder von der Bundesregierung handle, sondern Demografie und Mathematik. Auch hier wurde Merz durch Buhrufe und sogar Gelächter unterbrochen.