Vormärz (1815 - 1847)

1815 gründete sich die Jenaer Burschenschaft, die alle deutschen Studenten als Vorbild für die angestrebte liberal-nationale politische Einigung zusammenfassen sollte, fast alle Hochschulen folgten. Auf dem Wartburgfest 1817 demonstrierten die Burschenschaften für ihre Ziele. 1819 wurden wegen der nationalen und liberalen Bestrebungen des Bürgertums und der studentischen Burschenschaften die Karlsbader Beschlüsse auf Betreiben des leitenden Ministers von Österreich, Fürst Clemens von Metternich, gefaßt. Sie sahen eine Vorzensur für kürzere Druckwerke, ein Verbot der Burschenschaften, die Entlassung „revolutionär“ gesinnter Lehrkräfte und eine Überwachung der Universitäten vor. Die Wiener Schlußakte des Deutschen Bundes von 1820 proklamierte erneut das monarchische Prinzip.

Die französische Julirevolution 1830 (Auftand des Bürgertums gegen die Entrechtung durch König Karl X.) führte in mehreren Bundesstaaten zu Unruhen, erregend wirkte auch der polnische Freiheitskampf. Auf dem Hambacher Fest 1832 demonstrierten die süddeutschen radikalen Liberalen für ein republikanisches Europa, daraufhin bestätigte der Bundestag das monarchische Prinzip erneut, überwachte die Landtage und verbot politische Vereine und Versammlungen. Kleinere Aufstände boten Anlaß für weitere Einschränkungen der rechtsstaatlichen Freiheiten. In Schlesien kam es 1844 wegen der extremen Verelendung (Pauperismus) zum Weberaufstand.

Der 1833 gegründete Deutsche Zollverein schloß die meisten deutschen Staaten unter Führung Preußens wirtschaftlich zusammen, Österreich war nicht beteiligt.