6.4 Summarische Auswertung
Die summarische Auswertung stützt sich nicht auf absolute Zahlenwerte, aber das ist auch nicht notwendig, denn es geht um herrschende Tendenzen. Von 24 Belegen für „Intellektueller“ sind nur 29 als positiv zu werten, das sind keine 12%. Dagegen stehen – auch im Raum der demokratisch-humanistischen Mitte – 78 negative Belege also runde 31%, während man den verbleibenden Rest von 58% (142 Belege) als „neutrale“ Verwendungen bezeichnen kann, die nur identifizieren sollten. Es gibt trotz einiger Zweifelsfälle keinerlei Aussichten, den hier vornehmlich interessierenden positiven Bestand so weit hinaufzutreiben, dass sich das Gesamtbild oder das Gesamturteil verändern könnte: Die Demokraten der Mitte haben sich den erfolgreichen Anstrengungen der Linken und Rechten, das Wort „Intellektueller“ negativ zu besetzen, nicht entgegengeworfen. Zu solcher Gegenwehr hätte es nicht nur einer immer wiederholten diffusen positiven Festlegung bedurft, sondern den Ausbau eines gleich starken Assoziationsfeldes. Gerade Belege mit potentiellen Kennwörten sind aber äußerst selten („liberal“, „absolut“, „pazifistisch“, „Heroismus“). Alle anderen positiven Aussagen werden in weniger einprägsamen grammatischen Strukturen geboten. Zu diesem Mangel passt, dass sich keine einzige Stelle finden – abgesehen von einer Stelle in der „Neuen Rundschau“ 1931, Otto Flake nennt sich dort nebenbei Intellektueller – lässt, wo einer tatsächlich demonstrativ, freimütig und stolz bekannt hat, er sei ein Intellektueller.