1.2.2. Isolation des Hofes
Nicht nur die verfehlte Heiratspolitik brachte Jakob in Schwierigkeiten. Der Wegfall der propagandistischen Leistungen Elisabeths, die sich mit Festen, Turnierne usw. als gütige und volkstümliche Königin inszeniert hatte, förderte die Abkoppelung vom Volk. Stattdessen wurden am Hof Maskenspiele aufgeführt, die den König als gotthaften Mittelpunkt einbezogen. Außerdem galt Jakob als der verschwenderischste der englischen Könige (sein Nachfolger Karl geriet dadurch in beträchtliche Schwierigkeiten) und bedachte seinen Favoriten, den Duke of Buckingham, zu dem er auch homosexuelle Beziehungen unterhielt, mit gewaltigen Geschenken.
Buckingham, ursprünglich Sir George Villiers, ein Landadeliger, wurde dem König zugeführt und brachte es durch seine Schönheit und seinen Charme zum Duke (Herzog) und zum wichtigsten Berater. Die gesamte Patronage (Entscheidung über Ämtervergabe) konzentrierte sich bei ihm, er erhielt z.B. für das Amt des Schatzmeisters 20.000 £ von Sir Montague. Schon früh kümmerte er sich um sein Verhältnis zu Jakobs Sohn Karl, so daß sich nach Jakobs Tod kaum etwas änderte. Es gelang ihm, Charles völlig abzukapseln und seine einzige Informationsquelle zu werden. Zu allem Überfluß war der Duke of Buckingham auch politisch geschickt und beherrschte über lange Zeit die englische Politik. Allerdings konzentrierte sich in seiner Person auch das gesamte Mißtrauen des Volkes gegenüber dem Hof: er galt als die Personifizierung von Unmoral und Korruption. Dieses Mißtrauen führte zu einem weiteren Autoritätsverlust der Stuart-Könige.