1.3.2 Parteipolitische Entwicklungen
Bereits am 10. Juni 1945 wurde in der sowjetischen Zone die Bildung antifaschistischer Parteien zugelassen, später auch in anderen Zonen. Die Gründungen blieben aber an eine Lizenz der Militärregierungen gebunden. Während in der US-Zone die politische Entwicklung zunächst nur auf lokaler Ebene gefördert wurde, vergaben die Sowjets sofort zonale Lizenzen. Die Folge war, daß das Parteienspektrum im Westen erheblich größer war, während sich im Osten nur große Gruppierungen zusammenfanden. Überall konnten sich Unionsparteien, SPD, KPD und liberale Parteien etablieren. Die Machtzentren lagen wegen der früheren zonalen Lizenzen in der britischen Zone, d.h. bei der rheinischen CDU und beim Büro des späteren Vorsitzenden Kurt Schumacher in Hannover. Ostzonale Verbände errangen wegen der Vorbehalte gegen die sowjetischen Maßnahmen kaum Einfluß.