Wirtschaftsnarr

Im Laufe seiner mittlerweile mehr als einen Monat andauernden Amtszeit entpuppt sich der nette Herr Trump zum Leidwesen vieler Amerikanerinnen als überraschend beratungsresistent. Nachdem es zunächst den Anschein hatte, als nehme er von der absurden Idee der Wohlstandsvermehrung durch Zölle Abstand, setzt er nun doch auf inflationssteigernde Maßnahmen:

Um exakt 00.01 Uhr in der vergangenen Nacht ist eine neue Weltordnung im Handel in Kraft getreten. Ortszeit: Washington, D. C. Die US-Regierung hat ihre Nachbarländer und wichtigsten Handelspartner mit hohen Zöllen belegt. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump verlangt nun für alle Einfuhren aus Mexiko und nahezu alle Einfuhren aus Kanada einen Aufschlag von 25 Prozent. Entgegen der Hoffnung vieler wurde die Ankündigung nicht mehr zurückgenommen. Kanada bekommt lediglich verbilligte Zölle für Energie-Importe in die USA.

Außerdem hat die US-Regierung Zölle in Höhe von zusätzlichen zehn Prozent auf alle Importe aus China eingeführt. Auf Waren aus der Volksrepublik gab es bereits verschiedene Zölle: Einen generellen Zoll von zehn Prozent auf alles gab es bereits seit einem Monat, hinzu kommen auf einzelne Produkte ältere Zölle, die zum Teil noch aus Trumps erster Amtszeit stammen und von seinem Nachfolger Joe Biden nie aufgehoben wurden. Importe aus Kanada, Mexiko und China machen zusammen mehr als 40 Prozent aller US-Importe aus. Am 12. März sollen zudem Zölle in Höhe von 25 Prozent auf alle Importe von Aluminium und Stahl in Kraft treten, egal, woher sie stammen.

Anders ausgedrückt:

If you were setting out to design a trade policy that would harm the American economy while undermining political support for its leadership, you might come up with something like the tariffs that Donald Trump just imposed on Canada, China, and Mexico.

The new tariffs will raise prices for American consumers, weaken the American auto industry, and prompt severe retaliation from America’s top trading partners. With respect to China, a case can be made that tariffs would promote U.S. national security and domestic industry if they were targeted and well designed. But Trump’s blanket 20 percent tariff on all Chinese imports is neither. Meanwhile, the 25 percent tariffs on Canada and Mexico are utterly incomprehensible. There is no grand economic vision, geopolitical strategy, or even political logic behind them. International trade, like all areas of public policy, is a game of weighing costs versus benefits. Trump’s tariffs are the rare policy that might turn out to represent nothing but cost.

Update: Get ready to eat less, mostly meat.