3.1.1. Religion
Der Protestantismus war in England ein Merkmal der nationalen Identität, auch wenn es relativ unreligiöse Bürger gab. Es gab drei Richtungen:
- die anglikanische Staatskirche, die seit Elisabeth einen gemäßigten Kurs fuhr, protestantische Predigten, aber auch katholisches Zeremoniell ablehnte.
- die Katholiken, die sich an Rom orientierten
- die Puritaner (Dissenter), eine Sammelbezeichnung für protestantische Abweichler von der staatskirchlichen Linie. Gemeinsam war den verschiedenen Gruppen die Ablehnung einer kirchlichen Hierarchie, die Gleichheit der Gläubigen und die individuelle Beziehung zu Gott. Von den anderen Glaubensrichtungen wurden sie wegen ihrer Forderung einer asketischen Lebensweise für alle abschätzig betrachtet.
Gemeinsam war den Anglikanern und Puritanern, daß sie an die doppelte Prädestinationslehre glaubten: die Erlösung oder Verdammung eines Menschen war schon vor seiner Geburt festgelegt. Im Puritanismus war diese Vorstellung besonders ausgeprägt: in Tagebüchern reflektierten Puritaner darüber, ob sie zu den Erlösten gehörten. Wirtscahftlicher Erfolg galt als Zeichen göttlicher Gnade und damit Erlösung; diejenigen, die sich für erlöst hielten, nannten sich Heilige (saints).