Ob nun Klump-, Silikat- oder pflanzliche Katzenstreu, mit Babypuder-, Wiesen-, Vanille- oder Lavendelduft – welche Streu am besten ist, darüber lässt sich streiten.
Ein Wunder, dass Hauskatzen im Einflussbereich des Warschauer Paktes nicht bereits in den 50er Jahren ausgestorben sind. Ein Wunder aber auch, dass manche Menschen offenbar Katzenstreu mit Babypudergeruch in Erwägung ziehen.
Anlässlich des Internationalen Frauentages musste ich meine Vorstellungen über die soziale Situation am Vorabend des ersten Weltkriegs in Deutschland revidieren: Offenbar lebte der männliche Teil der Bevölkerung zum damaligen Zeitpunkt in einem Paradies, das auf der Unterdrückung des weiblichen Teils basierte.
In dieser historisch einmaligen Situation entwickelten zornige Mutbürgerinnen die völlig neue Idee der Égalité:
Ihr habt den Männern gesagt, dass Ungleichheit Unrecht ist. Ihr wusstet, dass eine ungleiche Gesellschaft allen schadet - denen, die bestimmen, und denen, die gehorchen müssen. Weil Ungleichheit das Denken korrumpiert.
Diese Erkenntnis war natürlich eine Vertreibung aus dem Paradies wert. Aber wer hätte gedacht, dass die Reise nach Utopia so lange dauert?
Wenn in Zeiten explodierender Getreidepreise ein großer deutscher Müslihersteller eine deutliche Preissenkung vornimmt, macht man sich schon so seine Gedanken. Sicherheitshalber habe ich alle erreichbaren Supermärkte leergekauft – 250 Kilogramm Müsli lassen sich ja erstaunlich günstig bei Shurgard unterbringen.
Nichts ist unangenehmer, als mit einem widerlichen Druckerzeugnis wie der Bild-Zeitung in Berührung zu kommen, abgesehen vielleicht von der Verwendung der bedruckten Seiten als Unterlage für Kartoffelschalen. Das war bis vor einigen Tagen meine feste Überzeugung. Eines Besseren belehrt hat mich die Bescheidwisserin Judith Gott-sei-Dank-hab-ich-ja-nun-Werbung-studiert Holofernes, die aus Gründen der Herzenshygiene ihre Teilnahme an einer laufenden Anzeigenkampagne (Ihre Meinung zu Bild, [Name]?) öffentlich abgelehnt hat.
Wenn ich zwischen selbstgefälligen Platitüden und skrupelloser Manipulation wählen kann, nehme ich doch lieber die Manipulation. Und 10.000 Euro für die deutschlandweit plakatierte Äußerung Die Bild ist ein kryptofaschistisches Drecksblatt und sollte verboten werden. würde ich auch nicht ablehnen.
Michael Rogowski, ein Ex-Indstrielobbyist, macht sich Gedanken über die Schönheit weiblicher Vorgesetzter:
Er, der noch nie unter einer Frau gearbeitet habe, mache sich schon Gedanken, wie das wäre: Da denkt man als Mann darüber nach: Ist die hübsch? Mag ich die? - und schon ist wieder eine Stunde vergangen, in der ich hätte arbeiten sollen.
Da kann er mal sehen, wie das ist. Heutzutage ringen ja vor allem Frauen um ihre Professionalität angesichts der ganzen Sahneschnitten in Verbands- und Unternehmensspitzen.
Werden wir bald die deutsche Fahne vor der wichtigsten, ur-amerikanischsten Immobilie der Stadt sehen? fragt Jim Cramer. Wenn selbst die Seele des amerikanischen Kapitalismus nicht mehr heilig sei, was dann? Cramer stöhnt: Alles in diesem Land steht zum Verkauf.
Es ist wirklich nicht zu fassen. Wie kann es nur sein, dass die Gesetze des Marktes für ein Unternehmen gelten, das den Handel mit Finanzprodukten abwickelt? Wenn jetzt auch noch der US-Armee Gesetzesverstöße vorgeworfen werden, ist das Ende der Welt nahe.
Überraschend ist Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg von seinem Amt als Heilsbringer und Erlöser Deutschlands zurückgetreten. In einer Rede vor hessischen Rockfans gab er bekannt, er sei auch nur ein Mensch mit Fehlern und Schwächen.
Damit liegt das Schicksal Deutschlands wieder in den Händen eines Staufers, dessen Regierungsübernahme allerdings nach christlichen Vorstellungen in engem zeitlichen Zusammenhang mit dem Ende aller irdischen Staatlichkeit stehen dürfte, so dass die mittelfristige Finanzplanung der Bundesregierung künftig auf einen Erlöserfaktor verzichten muss.
Freiherr von und zu Guttenberg bleibt Mitglied des Kreistages von Kulmbach.
Vernünftigerweise stellt die Medienindustrie das komplexeste DRM-System aller Zeiten nicht irgendwann vor, sondern genau dann, wenn die manuelle Umwandlung von Blu Ray-Inhalten in handliche Videodateien viel von ihrem Kitzel verliert. Ich bin zuversichtlich, dass Entschlüsselungsenthusiasten in aller Welt die neue Herausforderung dankbar annehmen werden.
Diese entspannte Zuversicht gilt natürlich nur für den technischen Aspekt, vor den rechtlichen Untiefen der unerlaubten Vervielfältigung urheberrechtlich geschützten Filmmaterials sowie der Umgehung technischer Kopierschutzmaßnahmen kann ich immer wieder nur nachdrücklich warnen.